Herbstfest 2014

Unbestreitbar war das Mundarttheater der Höhepunkt des diesjährigen Herbstfestes im Saal des Hauses Burger. Die Laienspielgruppe des Kirchenchores „St. Cäcilia“ Linde strapazierte die Lachmuskeln der begeisterten Besucher mit urwüchsigen Dialogen. Neben seiner Sangestreue bewährte sich der Sänger Lothar Eck erneut als talentierter Lustspiel-Autor. Gekonnt erweckte er die Deftigkeit der heimatlichen Muttersprache zu dem, was man auf Hochdeutsch kaum zu sagen wagt.

Köstliche Dialoge mit spitzer Zunge und trockenem Wortwitz

Unter dem Titel „Hierooden es hellich“ brillierten insbesondere der Titelheld Michael Prediger, die weiblichen Wortfechterinnen Ursula Schätzmüller und Ursula Krämer im ergötzlichen Kontrast zum trockenen Wortwitz eines Beamten, den Fredi Jansen mimte. In den weiteren Rollen mischten Sabine Burger-Biesenbach, Kerstin Eck, Lothar Eck, Verena Hehl, Günter Krämer, Hannelore Kremer und Peter Lehnard die Komödie nicht minder effektiv auf, befreiten den Bauernburschen Jupp aus der Fuchtel seiner Eltern und verhalfen ihm zum Liebes- und Eheglück. Alles routiniert arrangiert von Hiltrud Krämer, die letztlich auch aus der Flüsterecke für den flüssigen Verlauf sorgte. Das Stück wird am Sonntag, 12. Oktober, 18:00 Uhr, im Haus Burger Linde, zu sozialen Zwecken wiederholt.

Heute aktueller denn je -ein Stoßgebet von 1883

Gefällig moderiert von Roland Hehl begann das Herbstfest mit gesanglichen Darbietungen. Gesetzt und dirigiert von Kantor Martin Außem überragte ein altüberliefertes Stoßgebet das klassische Arrangement von Frohsinn, Trink- und Zechgesängen. Stets für eine Überraschung gut, hatte er ein von Hans Knipp intoniertes Histörchen ausgegraben und dem Männerchor entsprechend gesetzt, Worte aus einer Sylvester-Ansprache des Pfarrers Hermann Joseph Kappen. Der bereits 1883 in St. Lamberti zu Münster gesprochene Seufzer „O Herr“ hat seine Aktualität bis auf den heutigen Tag nicht verloren. Liebe, Glück und weltweite Folklore prägten die Beiträge des Gastchores, des MGV Bensberg unter der Leitung von Laszlo Horvath. Zum Finale verschmolzen beide Chöre im Bergischen Heimatlied.

Das von Lothar Eck verfaßte Mundartstück wurde von den Laienspielern mit großer Hingabe umgesetzt