Herbstfest 2011 - "Dä Opa muß enet Altersheim" - Ergötzliches Bühnenstück in Linder Platt

Im Jahr seines 140-jährigen Bestehen erlebte der Kirchenchor "St. Cäcilia" Linde einen weiteren erhebenden Höhepunkt. Der Aufwand von Einstudierungen und Saaldekoration hatte sich am 17. September 2011 angesichts der unerwartet großen Besucherzahl gelohnt. Im Haus Burger herrschte erfreuliche Enge.

 

Kurzweilige Gesangsdarbietungen in harmonischer Cooperation

 

Traditionell begann das Herbstfest mit gesanglichen Darbietungen. Unter der künstlerischen Leitung von Martin Außem brachte der Chor gefällige Stücke zu Gehör, unter anderem einen Ausflug ins Musical-Metier. Nicht minder faszinierte der Gastchor, der Quartettverein Dürscheid e.V. unter der Stabführung von Josef Potthoff. Im Kontrast zu einem beschaulichen Arrangement begeisterten die Dürschtaler das Publikum mit Folklore und mimischer Ausgelassenheit. Danach hieß es Bühne frei zum beliebten Volkstheater.

 

Ein Spiegel unterschiedlicher Charaktereigenschaftenl

 

Unter dem Titel "Dä Opa muß enet Altersheim" war dem Mundartdichter Bernhard Dahl, der der Veranstaltung beiwohnte, wieder ein hervorragendes Stück gelungen. Klara (Ursula Schätzmüller) und Berta (Ursula Krämer), zwei herrschsüchtig veranlagte Frauen,  setzten alles daran, ihren Schwiegervater los zu werden. Franz (Lothar Eck) und Alois (Hermann Linden), die Söhne von Opa Holzwurm, waren den Hausdrachen ergeben. So kam es zur Abschiebung, mit der ihre überrumpelte Schwester Liesel (Rita Linden) keinesfalls einverstanden war.

 

Zwielichtige Absichten erhöhten die Dramaturgie

 

Ergötzliche Dialoge und Gags folgten Schlag auf Schlag. Regie führte Hiltrud Krämer. Beim Zweiten Akt fuhr Opa Holzwurm (Michael Prediger) mit den zwielichtigen Betreibern des Seniorenheimes "Amanda" regelrecht Schlitten. Die Rolle war ihm förmlich auf den Leib geschrieben.  Im Komplott mit der Heimleiterin Amanda (Hannelore Kremer) verfolgte Hein Senkendeckel (Günter Krämer) abwegige Absichten, die sich mit einer fragwürdigen Sargbestellung andeutete.

 

Finale mit versöhnlichem Ausgang 

 

Gottlob war ihnen ein Kommissar (Karl-Egon Kremer) bereits auf den Fersen. Zur Entfaltung des Happyends im dritten Akt trug der Schreinergeselle Kadel (Erich Schreiner) entscheidend bei. Das erste Brett des Sargdeckels schwingend, räumte er auf. Der aus dem Heim entkommene Opa tat es umso wortgewaltiger. Anhaltender Applaus belohnte die Laiendarsteller für die flüssige und launige Aufführung.